Image
Delfine im Roten Meer (photocase.com)
Perus Delfinbestand ist gefährdet. Das gilt nicht nur für die Meeresdelfine, sondern vor allem für die äußerst seltenen rosa Flussdelfine der Regenwaldregionen. Trotz offiziellem Fangverbot werden in Peru nach Schätzungen der peruanischen Umweltorganisation "Mundo Azul" jährlich mindestens 20.000 Meeresdelfine zum menschlichen Verzehr und als Fischköder getötet. Für die Fischer ist der Delfinfang eine wichtige Einnahmequelle. Der deutsche Biologe Stefan Austermühle und seine peruanische Frau Nina Pardo wollen beweisen, dass lebende Delfine viel mehr Geld einbringen. Sie propagieren Delfintourismus statt Delfinfang.

Die Reportage wird am Mittwoch, den 24. November 2010  auf arte um 18.05 Uhr ausgestrahlt.

Von der Pazifikküste bis in das wenig bekannte peruanische Amazonasbecken werden der deutsche Biologe Stefan Austermühle und seine peruanische Frau Nina Pardo von der "360° - Geo Reportage" bei ihrem schwierigen Unterfangen begleitet, die peruanischen Fischer davon zu überzeugen, den Delfinfang aufzugeben.

Sowohl die Flussdelfine der Regenwaldregion als auch die Meeresdelfine vor der Küste Perus sind in ihrem Bestand gefährdet. Doch für die Fischer ist der Verkauf von Delfinfleisch eine wichtige Einnahmequelle. Nach wochenlanger Recherche ist endlich eine Razzia auf dem Fischmarkt von Callao, einer Hafenstadt nahe Lima, von Erfolg gekrönt. Der Einsatz ist für die Polizeibeamten wie auch für die Mitarbeiter von "Mundo Azul" angesichts der extremen Armut und der latenten Gewaltbereitschaft in Peru gefährlich. So galt der Verkauf billigen Delfinfleisches auf dem Schwarzmarkt in der Vergangenheit nicht als ernstzunehmendes Verbrechen.


Doch "Mundo Azul" macht mehr, als illegales Delfinfleisch aufzuspüren. Regelmäßig forscht Stefan Austermühle auch an Delfinen in freier Natur. Er fotografiert sie, um ihren Bestand zu erfassen. Und er will beweisen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Überfischung der Meere, der Umweltverschmutzung und dem Rückgang der Delfinbestände gibt. Gleiches planen er und seine Frau auch im Amazonasgebiet. Am Pazifik trägt eines der Projekte von "Mundo Azul" erste Früchte. Einige Fischer fahren zum ersten Mal mit ihren Booten Touristen zu den Delfinen hinaus, statt Jagd auf sie zu machen.